Öl aus Canino nahe dem Lago di Bolsena erste Pressung ungefiltert

Das mehrfach preisgekrönte Öl stammt von einer Öl-Cooperativa in Canino, die genossenschaftlich organisiert ist. Der kleine Ort liegt etwa 15 km südwestlich vom Lago di Bolsena, mitten in den grenzenlosen Olivenfeldern Latiums. Canino gilt als das Herz der latialen Olivenölproduktion und seiner Landschaft entstammt eine der begehrtesten Olivensorten, die selbst in Apulien eingesetzt wird. Sie trägt den Namen ihres Geburtsortes Canino. Das kaltgepresste Öl stammt aus der ersten Pressung und ist ungefiltert – ein im Handel ansonsten nicht erhältliches Produkt. Der freundschaftliche Kontakt zum Leiter der genossenschaftlichen Ölmühle ist die Vertrauensbasis für ein reines Produkt ohne die weit verbreitete Streckung durch Billigöle und/ oder mehrfache Pressung der Oliven.

 Reines Olivenöl wird von der Europäischen Gesetzgebung nicht geschützt. Olivenöle, wie sie nicht nur in den Supermärkten gehandelt werden, versprechen auf ihren Etiketts Produktreinheit und Gesundheit, während sie das Gegenteil sind. Die EU-Richtlinien fördern den Etikettenschwindel. Denn das Abfüllen des Olivenöls bleibt ungeprüft. Einmal in der Flasche oder dem Kanister kann der Reinheitsgrad des Produkts kaum rekonstruiert werden. „Extra Vergine“ bleibt nach wie vor ein leeres Versprechen. Und auch in Zukunft wird das Interesse der Ölmagnaten groß sein, die verehrte Bezeichnung ungeschützt zu lassen, denn zu groß sind die Gewinnspannen, wenn gestrecktes und gepanschtes Billigöl als „besonders jungfräulich“ verkauft werden kann.

 Die EU-Richtlinien schreiben seit neuestem vor, die Bezeichnung „Extra Vergine“ mit dem malerischen Zusatz zu versehen „Natives Olivenöl Extra – erste Güteklasse – direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren gewonnen“. Nur: Der Nachweis, dass nicht ‚drin ist was drauf steht‘, ist überaus aufwendig, bisweilen unmöglich und bislang gibt es keine Präzedenzfälle, in denen Etikettenschwindler überführt wurden. Denn während Fehlaromen des Öls mit der feinen Nase ausgebildeter Verkoster bemerkt werden, versagen Analyse-Maschinen noch immer. Ein italienischer Forschungsverbund mit dem Namen „Aromolio“ (Rom, Pescara, Florenz) versucht seit 2006, bestimmten Fehlaromen entsprechende Moleküle zuzuordnen, die zukünftig dann von 'elektronischen Nasen' sekundenschnell entdeckt werden (http://aromolio.innrete.net/). Momentan jedoch bleibt der Geschmacksinn des Verkosters der einzige verlässliche Detektor, der vor Gericht aber kein Gewicht hat.

Umso grotesker sind die Richtlinien für Freiwillige, die ihr Öl dem strengen Urteil eines vereidigten Verkoster-Panels unterziehen wollen. Gibt es nichts zu beanstanden, erhält das Öl das Siegel „DOP“. Registrieren die Nasen-Prüfer hingegen nur das geringste Fehlaroma, was selbst bei hochwertigsten Ölen oft nicht zu vermeiden ist, verliert das Öl sein DOP-Siegel und wird zudem von „Extra Vergine“ auf „Vergine“ heruntergestuft. Die Strenge des Gesetzes straft die Freiwilligen, übersieht aber alle Etikettenschwindler, die ihr Öl weiterhin ungeprüft auf den Markt werfen. Immerhin ist es ein offenes Geheimnis, dass 95% der „Extra Vergine“-Öle keines sind (vgl. Dossier Olivenöl, MERUM 2012, S. 61-71).

Das Olivenöl aus Canino hingegen stammt von einer genossenschaftlichen Ölmühle, die die Interessen der Olivenbauern vertritt und deren reines Öl verkauft.  Es ist ungefiltert, was die Aromen zusätzlich verstärkt und die Geschmacksintensität aufwertet. Man kann den Unterschied zum ansonsten ausschließlich gefilterten Olivenöl im Handel vergleichen mit jenem von gefilterten und naturtrüben Apfelsaft. Jeder Genießer wird ihn kennen…

 

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