Wein und Klima

Wein Klima

 

 

Die Wildform der Weinrebe (Vitis vinifera) stammt ursprünglich aus dem Nahen Osten und dem angrenzenden Mittelmeerraum. Demzufolge ist die Weinrebe von ihren genetischen Voraussetzungen an jene ökologischen Bedingungen angepasst, welche diese Region kennzeichnen. Typischerweise herrscht rund um das Mittelmeer eher trockenes, warmes Klima mit wenig Temperaturschwankungen. Im Zuge der genetischen Selektion bei der veredelten Zucht

form der Wildrebe und der Entstehung von etwa 15000 Rebsorten, wurden diverse Eigenschaften der Wildpflanze Wein so angepasst, dass sie heute durchaus auch in der Gemäßigten Klimazone gut kultivierbar ist. Grundsätzlich sind aber Grenzwerte für die Mindestbelichtungsdauer, sowie die Jahresdurchschnittstemperatur zum effizienten Weinbau einzuhalten. Die Anzahl der Sonnenstunden/Jahr sollte idealerweise zwischen 1600 bis 2500 liegen - wobei die Pflanze durchaus auch bei etwa 1300h gut treibt und fruchtet.

Zum Vergleich hier die Lichtmenge in einigen Anbaugebieten: Ali­cante (Spanien) 1847 h, Patras (Grie­chen­land) 1778 h, Mont­pel­lier (Frankreich) 1771 h, Flo­renz (Italien) 1697 h, Bor­deaux (Frankreich) 1252 h.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie Niederschlagsmenge haben einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Zucker und Säure in den Weinbeeren. Das Temperaturoptimum von Wein liegt bei 25 bis 28 Grad. Natürlich kann im mitteleuropäischen Raum eine derart hohe Durchschnittstempartur nicht garantiert werden, zumal in den meisten Weinbaugebieten Deutschlands die Monatsdurchschnittstemperatur aufgrund der starken Schwankungen unter 25 Grad liegt.

Mit einer gleichbleibend hohen Temperatur steigt das Reifungstempo sowie die Zunahme der Zuckermenge der Trauben. Der Säuregehalt wiederum steigt und fällt mit der Nachttemperatur: kühle Nächte – viel Säure, wenig nächtliche Abkühlung – Abfall des Säuregehaltes.

Der hohe Wärme – und Lichtbedarf schränkt die lokalen Auswahlmöglichkeiten für den Weinbau in Deutschland stark ein und prädestiniert die über Jahrhunderte etablierten Weingebiete als mehr oder weniger effizienteste ökologische Nischen für eine Bestockung mit Weinreben.

So lässt sich, abgesehen vom historischen Kontext, die Standortwahl jedes Weinguts mehr oder weniger aus den spezifischen klimatischen und mikroklimatischen Bedingungen ableiten und so erklärt sich auch die Häufung der Weinbaugebiete in Flusstälern wie der Rhein/Mosel/Neckarregion.

In Mitteleuropa besitzen Hanglagen vor allen Anderen die optimale Eignung zum Weinbau wegen des günstigen Einfallswinkels der Sonne, der kontinuierlichen Aufwärmung über den Tag und der nächtlichen Abkühlung. Darüber hinaus dringen in Flusstälern oftmals warme südeuropäische Strömungen nach Mittel und Nordeuropa vor – nicht zu vergessen wäre auch die Eigenschaft der Lichtbündelung von Gewässern und ihre Wärmespeicherkapazität.

Die Entstehung heterogener Jahrgänge und sehr individueller Texturen aus verschiedenen Regionen ist gerade in Mitteleuropa stark mit den speziellen Bedingungen in den verschiedenen Weinbaugebieten korreliert. Allein in Deutschland variieren klimatische Parameter auf engstem Raum derartig stark, dass diese Unterschiede sich deutlich in der Reifung von Weintrauben und dem höchst individuellen Geschmack des Endproduktes „Wein“ bemerkbar machen.

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